Aus den Archiven der Universität Oxenfurt
Über Magier und Zauberinnen der Gegenwart
Magier und Zauberinnen zählen seit jeher zu den einflussreichsten, aber auch umstrittensten Akteuren der bekannten Welt. Ihre Fähigkeiten beruhen auf der Kontrolle des Chaos – jener urtümlichen Kraft, die allem Leben innewohnt und zugleich dessen größte Gefahr darstellt. Nur wenige besitzen die Begabung, diese Energie zu lenken. Noch weniger überstehen die Ausbildung unversehrt.
Die traditionelle Ausbildung erfolgte lange Zeit an anerkannten Akademien. Zu den bedeutendsten zählen Aretuza auf Thanedd für Zauberinnen sowie Ban Ard in Kaedwen für Magier. Dort wurden Adepten nicht allein in der Anwendung von Magie unterrichtet, sondern auch in Geschichte, Diplomatie, Alchemie und Staatskunst. Diese umfassende Bildung machte Magier zu gefragten Beratern an den Höfen der Könige und zu einflussreichen Figuren der politischen Landschaft.
Diese Ordnung zerbrach mit den Ereignissen auf Thanedd.
Der Aufstand von Thanedd markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der Magie. Innerhalb weniger Stunden zerbrach die Einheit der Zauberer. Intrigen, politische Loyalitäten und verborgene Allianzen führten zu offenen Kämpfen unter Magiern selbst. Die Ereignisse endeten in Chaos, Flucht und dem endgültigen Zerfall der bisherigen magischen Ordnung. Seit diesem Tag existiert keine geschlossene Gemeinschaft der Magier mehr.
Die Folgen sind bis heute spürbar. Viele Magier verloren ihren Einfluss oder wurden gezwungen, im Verborgenen zu arbeiten. Andere schlossen sich einzelnen Königreichen an oder verschwanden vollständig aus der Öffentlichkeit. Gleichzeitig wuchs in der Bevölkerung das Misstrauen gegenüber Magie, da der Konflikt von Thanedd zeigte, welche Zerstörung entfesselte Zauberkräfte anrichten können.
Mit dem fortschreitenden Krieg im Norden verschärfte sich diese Entwicklung zusätzlich. Unter der Herrschaft König Radovids von Redanien begann eine systematische Verfolgung von Magiern und Zauberinnen. Zahlreiche Zauberer wurden gefangen genommen, hingerichtet oder zur Flucht gezwungen. Diese Maßnahmen führten dazu, dass viele Magier ihre Aktivitäten vollständig in den Schatten verlagerten.
Heute agieren Magier meist unabhängig voneinander. Einige dienen weiterhin als Berater, andere leben verborgen oder verfolgen eigene Ziele. Eine zentrale Organisation existiert nicht mehr. Informationen über magische Aktivitäten sind daher selten zuverlässig, und die Loyalitäten einzelner Zauberer bleiben schwer einzuschätzen.
Ungeachtet dieser Entwicklungen bleiben Magier und Zauberinnen Akteure von großer Bedeutung. In einer Welt, die von Krieg, politischen Intrigen und wachsender Unsicherheit geprägt ist, kann ihre Macht über das Chaos über den Ausgang ganzer Konflikte entscheiden.
Archiv der Universität Oxenfurt
Abteilung für Arkane Studien und Zeitgeschichte
Völker & Spezies
Magier und Zauberinnen
Geschlossen